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Die akademische Freiheit ist die Freiheit,
so viel lernen zu dürfen, wie man nur will.

Rudolf Virchow (1821 - 1902)

 

Der Verlagsvertrag - Regelung Nr. 2: Nutzungsrechte mit Möglichkeit der Unterlizensierung

Aktualisiert: Jan 31

Einige Nutzungsrechtsvereinbarungen sehen die Möglichkeit der Unterlizensierung vor. Häufig ist das der Fall bei Personenverschiedenheit auf Verlegerseite. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn statt eines Verlags ein Verein oder Institut die Zeitschrift betreut; in diesem Fall wird der Verlagsvertrag häufig mit Letzteren geschlossen, während der Verlag lediglich eine Unterlizenz zum Druck erhält).


Was steckt dahinter?


Die Unterlizensierung ist ebenfalls eine Nutzungsrechteeinräumung.Dabei räumt der Hauptlizenznehmer, der mit dem Urheber einen Vertrag geschlossen hat, einem weiteren Lizenznehmer ein Nutzungsrecht ein. Er kann lediglich insoweit über das Recht verfügen, wie es ihm selbst zusteht: Wurde ihm selbst z.B. nur das auf die Europäische Union beschränkte Recht zur Vervielfältigung eingeräumt, darf er dem Unterlizenznehmer nicht das Recht zur Vervielfältigung in der Schweiz einräumen. Die Rechtsstellung des Unterlizenznehmers ist grundsätzlich von der des Hauptlizenznehmers abhängig: Erlöschen seine Nutzungsrechte, endet damit grundsätzlich auch die Berechtigung des Unterlizenznehmers.

Weshalb ist das problematisch?


Jede Unterlizensierung räumt einem Dritten ein mehr oder weniger weitreichendes Recht zur Nutzung ein. Dies geht mit einer gewissen Unkontrollierbarkeit der Nutzung des Werkes einher.

Was sollte ich als Autor tun?


Prüfen Sie den Verlagsvertrag gründlich auf Bestimmungen, die die Möglichkeit zur Unterlizensierung vorsehen. Wenn Sie dem Hauptlizenznehmer weitreichende Rechte und die Möglichkeit einer Unterlizensierung einräumen, kann er die Rechte auch Dritten einräumen. In seltenen Fällen ist dies wirklich erforderlich (z.B. zum Druck bzw. zur Online-Veröffentlichung der Inhalte auf Plattformen / in Datenbanken von Drittanbietern; diese sollten explizit genannt sein!). Entdecken Sie eine im Vertrag vorgesehene Nutzung, die Sie für problematisch halten, fragen Sie beim Verlag nach, wofür diese Nutzungsrechteeinräumung benötigt wird, bzw. streichen Sie sie aus dem Vertrag.

Weiter zu Regelung Nr. 3....

© 2020 Julia Wildgans

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